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Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität
Montag, 05.04.2010 14:31

Rip-Dealer sind Trickbetrüger, die das Vertrauen der Opfer gewinnen durch Anbahnung eines Geschäftsabschlusses. Sie studieren Annoncen und suchen Verkäufer von Immobilien, Yachten, Pferden oder Antiquitäten.
Die Täter haben meistens Objekte im Visier, die schon länger über Inserate angeboten werden. Bei der Geldübergabe täuschen die Trickbetrüger vor, einen Koffer voller Geld mit echten Banknoten dabei zu haben.
Zielpersonen sind oft ahnungslose, aber vermögende Deutsche, Österreicher, Schweizer, Niederländer und Franzosen. Das Sammelverfahren der Ermittler aus Balingen richtet sich gegen eine 13-köpfige Bande. Die Staatsanwaltschaft Hechingen konnte in den vergangenen zweieinhalb Jahren 29 Straftaten aufklären.
Der Gesamtschaden dürfte bei rund 750.000 Euro liegen. Auch das Landeskriminalamt in Österreich führte Ermittlungen gegen die gleichen Personen, wobei drei vollendete Taten von 270.000 Euro zugeordnet werden konnten.
In Deutschland und Österreich wurden mehrere Haftbefehle erlassen.
Die Geldtauschgeschäfte sind riskant. Bei den Übergaben verschwindet nicht nur das Schwarzgeld das gewaschen werden sollte, sondern auch Muskelmänner tauchen auf.
In Bayern wurde 2002 bereits ein Gesamtschaden durch „rip dealer“ in Höhe von 40 Millionen Euro ermittelt. Die internationalen Geldbetrüger-Banden haben sich zum Dauerthema entwickelt.
Ohne die willfährigen Opfer, die sich zum einem Auslandstreff einladen oder anködern lassen, würden die Geschäfte der „rip-dealer“ nicht funktionieren. Die Dunkelziffer der Betrogenen dürfte enorm hoch sein.