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Proversicherer - Detlev Burgartz

Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität

Kontakt


Tel.: 02236-322 17 79

web09@proversicherer.de

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Donnerstag, 22.10.2009 11:16

Herausforderung - Risikomanagement

Die RSA-Group hat in ihrer neuesten Studie „Rethinking Risks“ ein Bild vom gesamteuropäischen Umgang mit den grundlegenden Prozessphasen des Risikomanagements erstellt. RSA ist davon überzeugt, dass die aktuellen Turbulenzen der Finanzkrise ein Umdenken in der Risikopolitik, Risikoanalyse, Risikobewertung und Risikosteuerung bewirken müssen. Immerhin ist die britische RSA Group (früher Royal & SunAlliance) einer der führenden, international agierenden Versicherungskonzerne. Mit einer rund 300-jährigen Geschichte zählt sie zu den zehn wichtigsten Industrieversicherern in Europa mit weltweit rund 24.000 Mitarbeitern in 135 Ländern und mehr als 20 Millionen Kunden.

Temporäre Signale werden unterschätzt

Die Studie belegt, dass der zyklische Verlauf von Risiken einen verantwortungsbewussten Umgang mit geschäftlichen Risiken erfordert, selbst dann, wenn es sich vermeintlich um eine temporäre Erscheinung im Unternehmen handelt. Kritisch ist, dass in Unternehmen nur die von Krisen direkt betroffenen Personen oder die Fachbereiche die Notwendigkeit sehen, durch langfristiges Risikomanagement vorbeugen zu können.

Zielklarheit fehlt

Häufig fehlt es an einer klaren Analyse der bestehenden Risiken und Strategie zur Risikovorsorge. Bei den Ausführungen zum strategischen und operativen Risikomanagement weist die Studie auf die Bedeutung der Festlegung der Zielkoordinaten zu einer wertorientierten Unternehmenssteuerung hin.

Chancen noch ungenutzt

Die Erfahrungen aus der derzeitigen wirtschaftlichen Krise erfordern, dass das Thema Risikomanagement auf der Tagesordnung jedes Unternehmens stehen muss. Risikobewusstsein muss nicht nur gemanagt, weitergegeben sondern gelebt werden, ohne nur noch ängstlich in die Zukunft zu blicken.

Vertrauensverlust

Die Berichte in denen Kunden- und Vertragsdaten abhandenkommen und über das Internet oder andere Medien in einer Art Wettbewerb veröffentlicht werden, sind schuld daran, dass das Vertrauen der Verbraucher in den hochsensiblen Finanzdienstleistungsbereich nicht gestärkt werden. Wenn Top-Manager vermehrt zu Tätern werden, dann stellt sich berechtigt die Frage, warum vorhandene Sicherheitsmechanismen (Controlling, Compliance, Revision, Datenschutz) offensichtlich versagen bzw. wer ein Interesse daran hat die Prozessphasen des Risikomanagements auszubremsen.

Wirtschaftskriminalität 2009

Die neueste Studie von PriceWaterhouseCoopers (PWC) zur Wirtschaftskriminalität 2009 bestätigt, dass zwei Drittel der Straftaten von Führungskräften begangen werden und zu viele Unternehmen ängstlich und unprofessionell versuchen Risiken zu minimieren, dadurch aber viele sich bietende Chancen verpassen.