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Proversicherer - Detlev Burgartz

Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität

Kontakt


Tel.: 02236-322 17 79

web09@proversicherer.de

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Freitag, 18.09.2009 12:23

Versicherungen verlieren 150 Millionen durch Betrug und Untreue

Köln/Bonn

150 Millionen verloren die deutschen Versicherer durch internen Betrug und Untreue. Diese stolze Summe ging nach Recherchen von Crimereport von 2002 bis 2007 durch interne Betrügereien verlustig. Für Ende des Jahres plant die BaFin eine Veröffentlichung der Statistik 2008. Unsere Recherchen ergaben, dass die Meldungen der Versicherer zu den Betrugshandlungen der Außen- und Innendienstmitarbeiter steigen. Auch die BaFin rechnet mit einem weiteren Anstieg der jährlichen Verlustsumme.

Allein in 2007 verloren die Versicherungen durch dolose Handlungen
28,268 Millionen Euro Versicherungsgelder.

Crimereport wurde von der BaFin bestätigt, dass die Zahl der Täter zwar rückläufig sei, aber die Summe der Betrügereien über 5.000 Euro pro Kopf steigen und damit auch der Profit des Einzelnen.

Ex-Bezirksdirektor und Versicherungsmitarbeiter verurteilt

1.

Auch die neuesten Fälle werden die Verluste  weiter ankurbeln. Ein Ex-Bezirksdirektor der Provinzial NordWest Lebensversicherung AG hatte sich ein ausgeklügeltes dem stellvertretenden Vorsitzenden des Verwaltungs-ausschusses des Rechtsanwaltsversorgungswerks ausgedacht.

Teile des Vermögens des Versorgungswerks wurden in Form von zwei Rentenversicherungs-Verträgen bei dem Versicherer angelegt.

Im Gegenzug erhielt er auf Veranlassung des Bezirksdirektor D. verdeckte Vermittlerprovisionen in Höhe von fast 2,0 Millionen Euro. Die Geldwäsche-aktion erfolgte über eine eigens gegründete Beratungsfirma der Ehegattin. Die Sache flog auf und wurde bis zum Bundesgerichtshof verhandelt ( 5 StR 263/08).

Die Provinzial Lebensversicherung musste die Versicherungsverträge rückabwickeln und dem Versorgungswerk 11,8 Millionen rückerstatten. Makaber ist, dass die Versicherungsscheine allein auf den stellvertretenden Vorsitzen ausgestellt wurden. Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist wohl selbst unter Anwälten besser.

2.

Der 1,3 Millionenbetrug bei der Hannoverschen Leben hat gestern ein Ende vor dem Landgericht Hildesheim gefunden. Der Versicherungsmitarbeiter wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Wir hatten in Crimereport fortlaufend über den Fall und die Hintergründe im Rotlichtmilieu berichtet. Siehe: http://www.crimereport.de/news/artikel/118/

Warum werden Versicherungsmitarbeiter zu Betrügern....

Die Revisoren der Arbeitsgruppe „Fraud in Versicherungen“ meinen die Gründe für das steigende Betrugspotential erkannt zu haben. Galt der Arbeitsplatz beim Versicherer oder die Provision als sicher, so hat sich die Lage dramatisch verändert. Studien belegen, dass die Motivation und Loyalität durch verstärkte Kostensenkungsprogramme gesunken ist.

Revisoren der Allianz, AXA, Continentale, Gothaer und HDI-Gerling sehen hierin den idealen Nährboden für den internen Betrug. Im Durchschnitt müssen sich die Revisoren nach Zahlen der BaFin mit bis zu 400 Personen befassen. Darunter befinden sich jährlich fast 200 Mitarbeiter die einen Betrug über 5.000 Euro begehen.

Controlling und verschärfte

Vorschriften Schon vor der Finanzmarktkrise hatte die BaFin die Anforderungen an eine Meldung doloser Handlungen verschärft. Crimereport wurde bestätigt, dass alle Versicherungsbereiche und Versicherungssparten betroffen sind. Einen Schwerpunkt für Betrug und Untreue sieht die BaFin im Vertrieb.