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Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität
Donnerstag, 12.05.2011 09:39

Die Polizei hat nicht nur bei den zwölf Hauptbeschuldigten durchsucht, sondern auch bei weiteren knapp zwanzig Unfallbeteiligten. Die Masche war meistens immer gleich. Einer der Tatverdächtigen hat sich ein altes Auto besorgt und dann nach Absprache mit seinem 'Gegner' einen Unfall verursacht“, so der Leiter der Ermittlungsgruppe.
"Zur Unfallaufnahme wurde dann die Polizei hinzugezogen, um die 'offiziellen' Unterlagen an die Versicherung weiterzuleiten. Später haben sie sich die von den Versicherungen gezahlten Schadenssummen geteilt", schilderte der Ermittler weiter. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 100.000 Euro.
Bei den Durchsuchungen wurde umfangreiches Beweismaterial, wie Handys, Unfallmitteilungen und Schadensregulierungsbelege sichergestellt. Darüber hinaus wurden noch weitere Unterlagen zu noch nicht bekannten fingierten Verkehrsunfällen aufgefunden.
Die Ermittlungen hierzu und die Vernehmungen der Beschuldigten und Zeugen dauern derzeit noch an.
Im Kölner Stadtanzeiger vom 12.05.2011 wird hierzu ausgeführt, dass die Betrugsmasche der manipulierten Verkehrsunfälle nicht aufgeklärt werden könnte, weil sich laut GDV (Gesamtverband d. dt. Versicherungswirtschaft) die wenigsten Assekuranzen Mitarbeiter leisten können, die eigens auf die Betrugsabwehr spezialisiert sind und so blieben zahllose Fälle von "Autobumserei" unentdeckt.
In der Sendung "Menschen bei Maischberger" am 10.05.2011 teilte der zuständige Vorstand der Zurich Köln, Rüdiger Hackhausen mit, dass eigens eine Abteilung mit 50 Mitarbeitern gegründet wurde, die dem Treiben rund um den Versicherungsmissbrauch begegnen soll.
Tatsächlich hat die überwiegende Anzahl der Versicherungsgesellschaften bereits Betrugsspezialisten im Einsatz, weil die Versicherer einerseits die hohen Anforderungen aufgrund der Vorgaben für das Risikomanagement (MaRisk (VA) erfüllen müssen und andererseits auch Ratingagenturen bei ihrer Bewertung der Risikokultur eines Unternehmens den Einsatz gut ausgebildeter Spezialisten positiv berücksichtigen.
Der Vorsitzende der Anwaltskammer Köln, Dr. Hubert van Bühren führte hierzu im Oktober 2010 auf den Kölner Crashtagen, einem Spezialseminar zur Erkennung manipulierter Verkehrsunfälle aus, dass auch Fach- und Verkehrsanwälte gut beraten sind, bei häufiger Unfallbeteiligung eines Mandanten auf eine kritische Prüfung nicht zu verzichten.