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Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität
Dienstag, 10.05.2011 12:32

Allein im ersten Halbjahr 2010 wurde nahezu die Fallzahl des gesamten Vorjahres erreicht. Im zweiten Halbjahr wurden deutlich weniger Skimming-Attacken registriert; dies dürfte u. a. darauf zurückzuführen sein, dass eine bundesweit vertretene Bank, die besonders häufig betroffen war, mehrere Hundert Geldautomaten älterer Bauart ausgetauscht hat, die besonders anfällig für Manipulationen waren.
Der Abgriff von Magnetstreifendaten an Türöffnern von Bankfoyers, der in 2009 noch in 13% der Fälle erfolgte, hat 2010 beinahe vollständig an Bedeutung verloren und wurde nur noch in 2% der Fälle von den Tätern praktiziert.
Diese Entwicklung dürfte u. a. auf den Abbau bzw. die sicherheitstechnische Aufrüstung der Türöffnersysteme zurückzuführen sein. Die Modi Operandi zur Erlangung der Geheimzahl blieben 2010 im Wesentlichen unverändert.
Häufig installierten die Täter Mini-Kameras direkt oberhalb der PIN-Tastatur der Geldautomaten oder sie befestigten die Kameras oder Fotohandys an oder in der Raumdecke - zum Beispiel versteckt in Rauchmelderattrappen. Alternativ setzten sie Tastaturattrappen ein, die identisch aussehen und über die Originaltastatur gelegt werden. So wird die vom Kunden eingegebene PIN gespeichert, während gleichzeitig die Originaltastatur und damit der Geldautomat störungsfrei genutzt werden.
Aktuelle Entwicklungen 2011
Ende März 2011 wurden erstmals in Deutschland Fälle bekannt, bei denen an Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn Magnetstreifendaten und PIN erlangt wurden. Die Kartendaten wurden anschließend auf gefälschte Karten übertragen und an Geldautomaten in Slowenien missbräuchlich eingesetzt.