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Proversicherer - Detlev Burgartz

Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität

Kontakt


Tel.: 02236-322 17 79

web09@proversicherer.de

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Dienstag, 10.05.2011 12:32

Zahlungskartenkriminalität 2010

Wiesbaden

Die Zahl der Angriffe auf Geldautomaten bewegt sich seit Jahren auf hohem Niveau. 2010 war nach einem Rückgang im Vorjahr wieder ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen bei Manipulationen festzustellen.2010 wurden in Deutschland 3.183 Angriffe auf Geldautomaten registriert, was eine Steigerung von 55 % gegenüber dem Vorjahr (2.058 Angriffe) bedeutet. Dabei waren 1.765 verschiedene Geldautomaten das Ziel von Manipulationen, auch hier ist eine Steigerung im Vergleich zu 2009 zu verzeichnen, und zwar um 83 % (2009: 964 Automaten). Geldautomaten in stark frequentierten Bereichen wie Fußgängerzonen oder Bahnhöfen wurden mehrfach manipuliert.

Demzufolge wurden im Jahr 2010 schätzungsweise 190.000 Kartenkunden Opfer von Skimming-Delikten. Nach Schätzungen lag der daraus resultierende Schaden allein bei den Debitkarten bei rund 60 Millionen Euro und damit 20 Millionen höher als im Vorjahr (2009: 40 Millionen Euro).

Allein im ersten Halbjahr 2010 wurde nahezu die Fallzahl des gesamten Vorjahres erreicht. Im zweiten Halbjahr wurden deutlich weniger Skimming-Attacken registriert; dies dürfte u. a. darauf zurückzuführen sein, dass eine bundesweit vertretene Bank, die besonders häufig betroffen war, mehrere Hundert Geldautomaten älterer Bauart ausgetauscht hat, die besonders anfällig für Manipulationen waren.

Der Abgriff von Magnetstreifendaten an Türöffnern von Bankfoyers, der in 2009 noch in 13% der Fälle erfolgte, hat 2010 beinahe vollständig an Bedeutung verloren und wurde nur noch in 2% der Fälle von den Tätern praktiziert.

Diese Entwicklung dürfte u. a. auf den Abbau bzw. die sicherheitstechnische Aufrüstung der Türöffnersysteme zurückzuführen sein. Die Modi Operandi zur Erlangung der Geheimzahl blieben 2010 im Wesentlichen unverändert.

Häufig installierten die Täter Mini-Kameras direkt oberhalb der PIN-Tastatur der Geldautomaten oder sie befestigten die Kameras oder Fotohandys an oder in der Raumdecke - zum Beispiel versteckt in Rauchmelderattrappen. Alternativ setzten sie Tastaturattrappen ein, die identisch aussehen und über die Originaltastatur gelegt werden. So wird die vom Kunden eingegebene PIN gespeichert, während gleichzeitig die Originaltastatur und damit der Geldautomat störungsfrei genutzt werden.

Aktuelle Entwicklungen 2011

Ende März 2011 wurden erstmals in Deutschland Fälle bekannt, bei denen an Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn Magnetstreifendaten und PIN erlangt wurden. Die Kartendaten wurden anschließend auf gefälschte Karten übertragen und an Geldautomaten in Slowenien missbräuchlich eingesetzt.

Lagebild zur Zahlungskriminalität