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Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität
Mittwoch, 09.02.2011 20:54

Revisionsprüfungen an Wertschutzschränken ergaben in 2010, dass einige durch offizielle europäische Zertifizierer beurkundete Widerstandsgrade nicht den tatsächlichen Anforderungen entsprachen. So hatte ein osteuropäisches Institut Tresore gemäß EN 1143-1 geprüft und mit Grad V als ausgesprochen sicher eingestuft.
Das stellte sich im Rahmen der Nachprüfungen als falsch heraus.
Zertifizierungsinstitute der European Fire and Security Group (EFSG) konnten dem Behältnis lediglich den Grad II bestätigen.
Den Trend zu inkorrekten Zertifizierungen belegt auch ein zweites Beispiel.
Vom osteuropäischen Institut gemäß EN 1143-1 mit Grad III zertifiziert, hielt ein weiterer Wertschutzschrank bei der Revisionsprüfung den Anforderungen nicht stand. Hier konnte lediglich Grad I ermittelt werden. Zudem lag für die Tests keinerlei technische Dokumentation vor, was zur Ermittlung individueller Schwachstellen aber notwendig ist.
Schließlich suchen auch Kriminelle häufig an baugleichen Typen gezielt nach Schwächen.
Die beurkundeten Widerstandsgrade sind somit nicht vertretbar.
VdS empfiehlt Unternehmen und Endkunden, sich in Sachen Sicherheit ausschließlich auf etablierte Prüfinstitute zu verlassen. „VdS nimmt den Schutz der Verbraucher sehr ernst“, versichern die VdS-Geschäftsführer Hans Schüngel und Robert Reinermann.
„Fehlerfreie Produktqualität garantieren nur regelmäßige Produkt- und Qualitätsmanagementaudits bereits im Herstellungsprozess. Denn gerade beim Thema Sicherheit müssen die Verbraucher sich auf ein Qualitätssiegel rundum verlassen können.“
Wir haben bei dem VdS-Experten Paulus Vorderwülbecke nachgehakt:
Woran kann der Verbraucher eine sachgerechte Produktprüfung erkennen?
Da alle die zum Verkauf stehenden Wertbehältnisse praktisch immer „stabil und verlässlich“ aussehen, bietet dem Nutzer das bloße Ansehen keine nutzbare Qualitätsaussage. Ein Anwender kann – verlässlich und herstellerneutral – ausschließlich am Anerkennungsvermerk erkennen, welcher Güte das jeweilige Behältnis ist. Der Anerkennungsvermerk ist in Form einer blauen Plakette an der Innenseite der Tür angebracht.
Ausnahmslos jedes VdS-anerkannte Wertbehältnis verfügt über eine solche Plakette (siehe Foto).
Über welchen Zeitraum erstreckt sich die Qualitätssicherung bei VdS-Produkten?
Die Qualitätssicherung greift über den gesamten Zeitraum der VdS-Anerkennung.
Gibt es eine fortgeschriebene Liste von Produkten die die hohen Anforderungen von VdS nicht erreichten?
Grundsätzlich erfolgen Prüfungen, die in die VdS-Anerkennung münden sollen, auf freiwilliger Basis und werden vom Hersteller des Produktes (bzw. Anbieter der Dienstleistung) beantragt (siehe Fotos).
Hinsichtlich des Prüfablauf wird lediglich der positive Ausgang – sofern gegeben – kommuniziert. Eine „Negativliste“ von VdS-Anerkennungsaspiranten gibt es nicht.
Für den Interessenten bedeutet dies, dass, wenn keine VdS-Anerkennung gegeben ist, eine unabhängige Aussage zur Produktqualität nicht gegeben ist.
Kann der Verbraucher ein konkretes Produkt in der Datenbank bei VdS prüfen (Hersteller, Verkaufsbezeichnung, Referenzdaten)?
Die Anerkennungslisten von VdS sind öffentlich und über die Webseite vds.de tagesaktuell einsehbar. Unter www.vds.de > Zertifizierungen > Verzeichnisse sind die Listen nach Themen sortiert aufrufbar.
In den Listen wird das Produkt unter dem Namen geführt, der im Rahmen der Prüfung vom Hersteller angeben wurde. Die Herstellerdaten umfassen neben der Unternehmensbezeichnung auch Kontaktdaten.