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Proversicherer - Detlev Burgartz

Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität

Kontakt


Tel.: 02236-322 17 79

web09@proversicherer.de

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Freitag, 04.02.2011 17:40

Rettungsanker für IT-Projekte – Mediation

Immer mehr nicht zur Zufriedenheit des Kunden abgeschlossene IT Projekte enden nach Auskunft des Spezialversicherers Hiscox in einem Rechtsstreit. Daraus resultieren in vielen Fällen hohe finanzielle Belastungen und Imageschäden für IT-Dienstleister.

Ein schlechter Ruf kann nicht nur mögliche Folgeaufträge des Kunden kosten, sondern auch die Akquise neuer Klienten erschweren.

"Nicht immer sprechen IT-Dienstleiser und ihre Auftraggeber so ganz die gleiche Sprache - zum Beispiel haben beide Seiten manchmal ein unterschiedliches Verständnis von Fachbegriffen. Folglich entstehen falsche Erwartungshaltungen. Hinzu kommt, dass sich Rahmenbedingungen und Ziele im Verlauf eines komplexen IT-Projekts nicht selten verschieben:

Das Vorhaben zieht sich in die Länge und kalkulierte Budgets werden gesprengt. Ein weiteres Problem liegt darin, dass bestehenden Verträgen nicht genug Bedeutung beigemessen wird. Würden diese als klare Bezugspunkte herangezogen, könnten viele Konflikte im Keim erstickt werden", sagt Jens Krickhahn, Experte für IT Risiken beim Spezialversicherer Hiscox AG.

Hiscox empfiehlt, einen Schlichter einzusetzen, wenn sich Streitfälle abzeichnen.

"Ein Mediator analysiert die Situation ruhig und sachlich. Er kann beide Parteien unterstützen, neue Lösungen zu finden. Wichtig ist, dass dieser Prozess in die Wege geleitet wird, bevor Streitigkeiten eskalieren", sagt Jens Krickhahn.

Durch erfolgreiche Mediation profitieren Auftraggeber und Dienstleister: Projekte können mit positivem Ergebnis abgeschlossen werden, gleichzeitig lassen sich hohe Prozess- und Schadenskosten vermeiden.

Da das auch Kosten für Versicherer einspart, übernehmen einige Anbieter die Kosten für einen Mediator und unterstützen im Bedarfsfall.

Bereits beim Abschluss einer Police für berufliche Risiken rät Hiscox sicherzustellen, dass der Versicherungsschutz für Mediatoren bei etwaigen Auseinandersetzungen gewährleistet ist.

Um Risiken frühzeitig zu erkennen, sollten IT-Dienstleister im stetigen Kontakt mit ihrem Versicherungsberater sein. Dieser kann Signale frühzeitig erkennen, die auf Streitfälle hindeuten - denn dies ist oft ein schleichender Prozess. "Eine juristische Auseinandersetzung entsteht in den seltensten Fällen von heute auf morgen. Meist sind es anfangs nur kleine Unstimmigkeiten, die sich jedoch summieren und schließlich zu einem tiefgreifenden Konflikt führen können", sagt Jens Krickhahn.

Erfolgreiche Mediation ist ein entscheidender Faktor dafür, in solchen Fällen nicht nur den erfolgreichen Abschluss von Projekten zu gewährleisten, sondern auch die Grundlage für eine künftige Zusammenarbeit zu legen.

Daraus resultiert eine Win-Win-Situation für die Geschäftspartner - und eine gute Lösung aus Perspektive des Versicherers. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass die Konfliktpartner fähig sind, die für sie akzeptable Lösung gemeinsam zu finden.

Das setzt natürlich voraus, dass die Beteiligten wieder in ein Gespräch kommen, das konstruktiv ist, so dass alle Meinungen und Sichtweisen gehört werden, so Dr. Stefan Kröll , einer der erfahrendsten Schiedsrichter in Deutschland.

Mediation ist die Lösung zur konstruktiven Konfliktlösung mit Hilfe einer neutralen dritten Person, die win-win-Lösungen wiederzufinden, die am Anfang des Projektes standen und durch unklare Definitionen zu den gemeinsamen operationalen Zielen oder einer mehrdeutigen Vertragsgestaltung auf der Strecke geblieben sind, so Dr. Kröll aus Köln.