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Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität
Sonntag, 18.07.2010 17:25

Nach einer 106 Seiten starken Anklageschrift sollen die drei Angeklagten über angeheuerte Verkaufsagenten tausende Plagiate in den Markt geschleust haben. So standen im Jahr 2006 knapp 3000 Plagiate des Apple-Musikspielers iPod, angebliche Original-Handy-Akkus sowie Imitate von Honda-Motorradjacken im Internetauktionshaus Ebay zum Verkauf.
Nach zähen Prozessmonaten und vielen Anhörungen der Zeugen, war nicht mehr sicher, ob die Erwerber die die Schnäppchenartikel unter so aufschlussreichen Accounts wie "Hasi1995" kauften, tatsächlich davon ausgingen, dass hier ein Originalprodukt zu erwerben sei oder sogar ein Plagiat erwartet wurde.
Auch wenn der Schaden in die Hunderttausende gehen mag, so muss jedem Käufer auf Auktionsplattformen spätestens nach diesem Urteil klar sein, dass die Justiz blindes Kaufverhalten nicht zu heilen vermag. Für die drei Angeklagten endete das Verfahren in Saal 261 mit der Einstellung gegen Geldauflagen in Höhe 1200, 10.000 und 12.000 Euro.