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Proversicherer - Detlev Burgartz

Detlev L. Burgartz
Experte und Dozent für die
Abwehr und Aufklärung von Versicherungskriminalität

Kontakt


Tel.: 02236-322 17 79

web09@proversicherer.de

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Dienstag, 06.07.2010 15:50

Es brennt - was nun?

Fachexperten sind sich einig, dass bei diesem Thema das Verhüten einer Gefahr im Risikobewusstsein der Bürgerinnen und Bürger noch immer zu kurz kommt. Wie wichtig es wäre sich mit vorbeugenden Maßnahmen zu befassen, ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden, spüren Betroffene meistens erst, wenn der Brandfall eingetreten und es zu spät ist.

Wir sind folgenden Fragen nachgegangen: Wie kann man mit wenig Aufwand seine Selbsthilfefähigkeiten stärken, um einen Brand zu verhindern? Welche Informationsquellen gibt es im Internet?

Feststeht, die meisten Brände entstehen statistisch gesehen noch immer in Privathaushalten.

Bei den Recherchen sind wir auf das Forum für Brandrauchprävention gestoßen, ein Zusammenschluss von Dachverbänden der Feuerwehren, Schornsteinfeger, Versicherungswirtschaft und der Industrie die eine Liste der größten Gefahrenquellen zusammengestellt haben. Neben vielen Sachinformationen findet sich dort auch ein Flyer in türkischer Sprache.

Auch wenn  Rauchmelder, Feuerlöscher oder Löschdecken gesetzlich noch nicht überall vorgeschrieben sind, so gibt es doch viele Unterschiede in den Bundesländern, insbesondere deren Landesbauverordnungen.

Nach Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt besteht seit dem 1. Mai 2010 auch in der Hansestadt Bremen für Wohnungen eine in der Landesbauordnung verankerte Rauchwarnmelderpflicht. Bis spätestens 2015 müssen in Bremen zudem alle Wohnungen in Bestandsbauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. In Niedersachsen ist derzeit ein Regierungsentwurf in Vorbereitung.

Mit der Entscheidung des Bremer Senats hat nun die Mehrzahl der Bundesländer den Ernst der Lage erkannt und dem vorbeugenden Brandschutz einen wertvollen Dienst erwiesen.

Warum die bevölkerungsreichsten Bundesländer (Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg), die Bundeshauptstadt Berlin, Brandenburg und Sachsen die Bürgerinnen und Bürger im vorbeugenden Brandschutz noch nicht unterstützen, hat sich uns bei den Recherchen nicht erschlossen, zumal auch diese Bundesländer bei verschiedenen Kampagnen den Einsatz von Rauchmeldern empfehlen.

Auswahlkriterien für Rauchmelder

Im Handel gibt es so viele verschiedene Rauchwarnmodelle, dass die Auswahl sehr schwer fällt. Damit der Rauchmelder sich im Ernstfall als „Lebensretter“ beweist, sollte ein Kauf eines Produktes ohne Gütesiegel von vornherein ausscheiden. Auf das GS-Zeichen sollte immer geachtet werden, ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Produktion in Europa stattgefunden hat, um mögliche Plagiate (und damit eventuelle Sicherheitsmängel) einzudämmen.

Der VdS empfiehlt qualitativ hochwertige Produkte mit Prüfsiegeln (das auf der Verpackung und auf dem Gerät selbst angebracht ist).  

Rauchmelder am richtigen Ort befestigen

Sinnvoll ist die Montage im Flur(en), Wohnzimmer, Schlaf- und Kinderzimmern. Nicht geeignet sind Küche, Bad und staubige Dachböden. Hier ist der Fehlalarm vorprogrammiert weil aufgewirbelter Staub und Dunst den Melder schon auslösen können (siehe auch Montagehinweise).

Wichtig ist, dass die montierten Rauchmelder in regelmäßigen Abständen auf ihre Betriebsbereitschaft getestet werden. Zur Wartung der Geräte gehört auch die Überprüfung der Batterieleistung. In der Regel halten Batterien ein bis drei Jahre, sie sollten rechtzeitig kontrolliert und ausgetauscht werden. Bei den meisten Modelle ertönt ein akustisches Signal, wenn die Leistung der Batterie nachlässt ist.

Notfallübungen mit Kindern

Der Feuerwehrmann ist auf den Notfall vorbereitet – Sie auch. Wenn das Rauchsignal ertönt, dann sollte nicht nur der Feuerlöscher nicht allzu weit entfernt stehen, sondern auch die Fluchtwege feststehen.

Gute Präventionsmaßnahmen die verständlich und spielerisch mit Kindern geübt werden können, befinden sich auf den Seiten der Aktion "Das sichere Haus“ .

Das richtige Verhalten im Brandfall muss trainiert werden, da es dafür zum Glück keine Routine gibt, bietet der Vds (Sicherheit für Familie, Haus und Wohnung) zusätzlich ein Hinweisschild an, dass in keinem Haushalt fehlen sollte. Das Anbringen des Hinweisschildes (siehe Foto) an einer gut sichtbaren Stelle hilft. So kann man es immer wieder einmal ansehen, lesen und sich leichter merken.

Denn gefährlicher als die Flammen ist der Brandrauch. Zehn Atemzüge in einer Kohlenmonoxyd verseuchten Wohnung reichen und ein Mensch stirbt.

Bei einem Brand sollte keiner den Helden spielen, die Sicherheit eines Menschenlebens geht immer vor. Die Alarmierung der Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 gehört genauso zur Kür, wie die schnelle Beantwortung der fünf "W" - Fragen der Rettungsleitstellen:

  •   Was ist passiert?
  •   Wo ist es passiert?
  •   Wer meldet?
  •   Wie viele Verletzte?
  •   Warten auf Rückfragen!

Falschalarm (Blinder Alarm)

Ein Falschalarm kostet die Allgemeinheit nicht nur viel Geld, wenn Feuerwehr und Polizei ausrücken. Kindern und Erwachsenen sollte klar sein, dass sie einem Irrtum unterliegen, dass unterdrückte Telefonnummer nicht angezeigt wird - sie wird bei der Feuerwehr (und auch Polizei) immer angezeigt.

Somit kann jeder Falschalarm strafrechtlich verfolgt werden.

Einsatz des „Feuerlöscher“

Auch der Einsatz von Feuerlöschern hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert und will geübt sein.

Welche Art der Befüllung ist nun für welche Brandlast geeignet?

Schaumlöscher sind für Wohnungen sehr zu empfehlen, weil das Löschmittel keine nennenswerten Verschmutzungen verursachen (ähnlich wie Seifenschaum). Co2-Löscher ersticken das Feuer. Sie sind sehr sinnvoll als Zweit- oder Drittgerät. Jedoch wird ein Glutbrand nicht immer bekämpft, Möbel, Papier oder Holz können sich noch einmal entzünden, aber das Löschmittel ist rückstandsfrei. Pulverlöscher haben eine große Löschkraft, aber es bleibt durch das Löschmittel eine starke Verschmutzung zurück. Die Löschdecke oder zugelassene Löscher der Brandklasse F werden bei Fettbränden eingesetzt. Fettbrände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden, weil es zu einer Fettexplosion kommen kann.

Ein neuartiger Feuerlöscher wurde erst kürzlich vorgestellt. Es ist ein Sprüh-Löscher, der die Flammen mit Schaum und nicht mit Pulver erstickt. Der Vorteil liegt hier am punktuellen Einsatz und sie wiegen nur knapp 1 Kilogramm. Unter www.feuerwehrversand.de ist dieser Löscher zu einem Preis zwischen 24,95 € und 39,95 € erhältlich.

Mitführpflichten in Europa (Auto)

In vielen europäischen Ländern gibt es Mitführungspflichten und Empfehlungen für Autofahrer. Einen guten aktuellen Überblick bietet der ÖAMTC mit seinem Flyer aus Mai 2010, den wir zum Download zur Verfügung stellen.

Ein neues Webtool www.Brand-Feuer.de hat uns besonders gefallen. Hier wird eine unkommerzielle Informations- und Präventionsseite zur Verfügung gestellt. Sie informiert ausführlich über Brandursachen, gewonnene Erkenntnisse, versucht aufzuklären, zu erklären, zum Nachdenken anzuregen, um Brände und evtl. Straftaten zu verhindern.

In der Rubrik „empfehlenswerte Artikel“ sind u. a. Diplomarbeiten wie z. B. dem Thema Brandentstehungsbilder, oder Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr, aber auch zum Thema Opferschutz zu finden.

Brandursachenermittlung

Der Einsatz von spezialisierten Brandermittlern und Sachverständigen ist ratsam um Brandursachen aufzuklären. Da auch den Behörden und der Justiz der Zeit- und Geldfaktor im Nacken sitzt, fließen viele Brände unter dem Siegel (ungeklärte Brandursache) in die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ein. 

Die Versicherungswirtschaft trägt hier eine große Last. Sie können aus dem Gesichtspunkt der Schadenvorsorge weitere Ursachenforschung betreiben und die Erkenntnisse zum Schutz ihrer Kunden sowie bei der Schadenbeseitigung einsetzen.

Die Brandursachenstatistik 2009 des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer gibt einen Überblick zu den häufigsten Fehlerquellen in Haushalten.